Der Jo-Jo-Effekt

Ich weiss nicht, ob es noch Kinder gibt, die auf dem Pausenplatz Jo-Jo spielen. Was aber definitiv immer noch existiert ist der berühmte Jo-Jo-Effekt. Bei dem kommt allerdings nicht das bunte Spielzeug wieder zurück, sondern das durch eine Diät verlorene Übergewicht.

Nach einer Reduktionsdiät tritt meist eine schnelle Gewichtszunahme auf, die oft das Startgewicht übersteigt. Durch eine deutlich verringerte Kalorienaufnahme nehmen wir zwar kurzfristig ab, aber der Körper gewöhnt sich an die reduzierte Energieaufnahme und senkt den Grundumsatz. Als Grundumsatz gelten die Anzahl Kalorien, die der Körper in 24 Stunden bei völliger Ruhe benötigt. Unser Körper schaltet in einen «Kriegsmodus», um möglichst viel Energie zu sparen. Sobald die Diät vorbei ist und die alten Essgewohnheiten zurückkehren, überfordern wir unseren Organismus mit dem verminderten Grundumsatz.

Eine weitere Ursache für den Jo-Jo-Effekt wurde von Forschenden der ETH Zürich nachgewiesen: Fettzellen haben ein Gedächtnis und speichern in ihrem Zellkern Erinnerungen an Fettleibigkeit. Diese Erinnerungen bleiben auch nach einer Diät bestehen und machen es wahrscheinlicher, erneut zuzunehmen.

Auch die aktuell in den Medien omnipräsente Abnehmspritze schützt nicht vor dem Jo-Jo-Effekt. Erste Untersuchungen zeigen: Hört man mit der Spritze auf, kommt das Gewicht wieder zurück. Je mehr Gewicht verloren geht, desto stärker ist oft der Jo-Jo-Effekt nach dem Absetzen.

Es braucht also langfristig durchführbare Massnahmen, oft eine komplette Ernährungsumstellung und Verhaltensänderung. Und viel Bewegung. Wie früher als Kind auf dem Pausenplatz.

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