Das variable Herz
Meine erste Armbanduhr war eine Flik Flak. Sie war blau und ich fand sie super. Ich mache mir nicht allzu viel aus Uhren, aber damals war ich mächtig stolz. Mittlerweile trage ich seit Jahren eine Sportuhr und teste als Daten- und Statistikliebhaber gern die vielen Funktionen.
Bei all diesen Werten gilt, dass sie je nach Gerät und Messbedingungen nicht allzu genau sind und Sie sich nicht zu sehr auf sie verlassen sollten. Nur eine Messung mit einem EKG liefert zuverlässige Daten. Allerdings können sie allfällige Trends gut aufzeigen. So zum Beispiel auch bei der Herzfrequenzvariabilität (HRV).
Die Herzfrequenzvariabilität beschreibt die Schwankungen der Zeitabstände zwischen aufeinanderfolgenden Herzschlägen. Sie ist kein Fehler des Herzens, sondern ein Mass für die Anpassungsfähigkeit des autonomen Nervensystems.
Eine hohe HRV steht meist für gute Erholung und bessere Stressresilienz. Niedrige Werte können auf akuten oder chronischen Stress, Erschöpfung, Schlafmangel oder auf bestimmte Erkrankungen hinweisen. Sie sind ein unspezifisches Warnsignal, keine Diagnose. Ganz allgemein gilt: Je geringer das Stresslevel und die Herzschlagfrequenz sind, umso grösser ist die HRV.
Plötzlich gesunkenen HRV-Werte können darauf hinweisen, dass Sie Ihrem Körper eine Pause gönnen sollten. Fokus auf besseren Schlaf, regelmässige moderate Bewegung, Atem- und Entspannungsübungen sowie Reduktion von Alkohol, Nikotin und akutem Stress fördern die Erholung und erhöhen nachweislich die HRV.
Und vergessen Sie vor lauter Gadgets nicht das Wichtigste: Ihre Uhr kann vieles messen, doch nur Sie können sich Zeit schenken.

