Bandscheibenvorfall – Operation ja oder nein?

Ob ein Bandscheibenvorfall operiert werden sollte oder nicht, ist oftmals eine schwierige Entscheidung – es gibt diverse Untersuchungen zum Unterschied von konservativen (kons.) Therapien (Physiotherapie, Medikamente, etc.) zu operativen Eingriffen:

Studien zeigen, dass sich Bandscheiben Vorwölbungen auch bei gesunden Menschen nachweisen lassen, ohne dass Schmerzen oder andere Probleme bestehen. Und zwar mit einer steigenden Wahrscheinlichkeit von ca. 30% im 20. Lebensjahr, bis hin zu 84% im 80. Lebensjahr. Operationen sind jedoch dann unumgänglich, wenn schwere Störungen, wie zum Beispiel muskuläre Lähmungen, auftreten oder die kons. Therapie längerfristig versagt.

In seinem Beitrag im Fachmagazin des Schweizer Physiotherapie Verbands, beschreibt Dr. med. Norberg unterschiedliche Ergebnisse der kons. und operativen Versorgung bei Bandscheibenvorfällen. Er kommt zu folgendem Schluss:

‚Langfristig gesehen sind beide Ansätze in Bezug auf die funktionelle Erholung und die Wiederaufnahme der Arbeit gleichwertig, mit jedoch weniger Komplikationen beim kons. Vorgehen […] Bei gutem Gelingen bietet die operative Versorgung […] eine raschere Erholung […] als die kons. Therapie […] Wenn nach 4 bis 6 Monaten das Versagen der kons. Therapie festgestellt wird, wird […] ein chirurgischer Eingriff empfohlen […] Dabei muss eine gute Korrelation zwischen den radiologischen und den klinischen Befunden bestehen‘.

Es gibt also auch bei diesem Thema keine ja/nein Antwort, sondern sie ist von vielerlei Faktoren abhängig, die ein erfahrener Arzt oder Therapeut ausführlich mit Ihnen besprechen und entscheiden sollte.

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